Reise zu den Huni Kuin im Amazonas

DSCN0231Heute berichte ich von meiner Reise zu meinen Freunden den Huni Kuin im Bundesstaat Acre in Brasilien an der Grenze zu Peru im Amazonasgebiet. Ich habe mit Ihnen eine Kooperation aufgebaut mit meinem Projekt Living Gaia in der Chapada dos Veadeiros, Alto Paraiso, 240 km nördlich von Brasilia.

Die Reise in die Dörfer der Huni Kuin entlang des Flusses Jordao ist jedesmal ein Eintauchen in eine andere Welt. Eine Welt des lebendigen Waldes und der Verbundenheit mit den Kräften der Natur. Das Leben dort ist geprägt von Gemeinschaft, heiligen Gesängen, Zeremonien, wundervoll geschmückten Frauen, Männern und Kindern, die alle zusammen ihre Dinge des Alltags bewältigen, anbauen und dabei eine ungemeine Kraft der Freude ausstrahlen und im wahrsten Sinne des Wortes „verkörpern“.

Es beginnt bereits mit dem Flug von Rio Branco nach Jordao in einer kleinen Propellermaschine. Wir fliegen zu zehnt über die unermesslichen Weiten des Amazonas, die sich unter uns ausbreiten wie ein riesiges Meer aus Wald, durchzogen von sich schlängelnden Flüssen. Die sich türmenden Wolkenformationen sind an sich schon ein unglaubliches Naturspektakel. Dreimal zeigen sich wunderschöne Regenbogen inmitten dieser Wolkenwelten, die wie eine schillernde Brücke zwischen Himmel und Erde erscheinen.

Wir landen in Jordao und werden abgeholt von unseren Freunden Txana Bane und Kathy Makuani, die bereits seit 2 ½ Monaten dort sind. Txana Bane ist der Sohn von Sia Huni Kuin dem Häuptling „cacique“ des Volkes des Huni Kuin in der Gemeinde Jordao bestehend aus ungefähr 3000 Personen verteilt auf 32 Dörfer. Kathy ist Txanas Frau aus Deutschland. Sie haben eine gemeinsame Tochter, Linda Menuani und leben seit Oktober 2014 in Berlin. Kennengelernt haben wir uns im Juni 2013 auf dem Xina Bena Festival in Lago Lindo, einem der Dörfer in Jordao. Daraufhin hat sich eine intensive Zusammenarbeit und Freundschaft mit Txana und Kathy entwickelt mit vielen Besuchen in Berlin, die schließlich zum Umzug von beiden nach Berlin geführt hat. Txana ist im Wald aufgewachsen und als Jugendlicher nach Rio de Janeiro gekommen. Dort hat er eine Gruppe aufgebaut die „Guardiões Huni Kuin“. Vor einigen Jahren hat Txana angefangen auch in Europa zu arbeiten und so traf er Kathy 2011 in Norwegen. Kathy ist Heilpraktikerin und seit ihrer Begegnung ebenfalls eingetaucht in die Welt der amazonischen Pflanzenkunde und Spiritualität.

„Wir“ sind in diesem Fall eine Gruppe von Unterstützern der Huni Kuin. Ernesto Neto, international bekannter Künstler aus Rio de Janeiro, den die Huni Kuin so inspirierten, dass er seine Austellungen in Spanien, Köln, Wien und jetzt Dänemark mit Kooperationsprojekten für die Huni Kuin verbindet, Anna Dantes, Verlegerin aus Rio de Janeiro, die seit 5 Jahren das unglaubliche Wissen der Huni Kuin über die Pflanzen des Waldes gesammelt hat und in einem wunderschön bebilderten Buch „Una Isi Kayawa – Livro da Cura do povo Huni Kuin do rio Jordão“ herausgebracht. Ernesto und Anna und Team sowie ich sind jetzt gekommen, um an einem großen „Encontro“ (Treffen) in einem der Dörfer teilzunehmen bei dem es um die Umsetzung weiterer gemeinsamer Projekte geht. Nach 1 ½ Tagen in Jordao geht es also los. Wir fahren mit kleinen Booten den Rio Jordao entlang. Txana, Kathy und ich machen noch einen Abstecher für eine Nacht ins Dorf seiner Mutter. Eingehüllt von den Geräuschen des Waldes schlafe ich in meiner Hängematte und inhaliere die Ruhe und Entspannung. Am nächsten Tag fahren wir gegen Abend ins andere Dorf. Viele sind schon angekommen. In den Küchen brennt das Feuer, es riecht nach Maniok und Caiçuma, einer köstlichen nahrhaften Suppe. Wir installieren uns mit unseren Hängematten in einer der Hütten. Am nächsten Morgen nehme ich ein erfrischendes Bad an der Wasserstelle (fließendes Wasser gibt es nicht, genauso wenig wie Strom).

Txana der gemeinsam mit Sia und Ernesto dieses Treffen initiiert hat und wir Unterstützer treffen uns gemeinsam mit Anna und Zezinho Yube, Vertreter der indianischen Interessen im Bundestaat Acre, um den Ablauf der nächsten zwei Tage zu planen. Zezinho Yube wird das Treffen moderieren. Alle bringen ihre Punkte ein. Kathy und ich schlagen vor, dass es zu einem Zeitpunkt ein paralleles Treffen nur unter Frauen und Männern jeweils separat geben soll.

Familien aus 14 Dörfern sind angereist um teilzunehmen. Es beginnt mit einer Retrospektive, einer Ehrung der Ältesten, die das Wissen des Volkes an die Jüngeren weitergegeben haben und weitergeben. Dann geht es darum welche Projekte jetzt anstehen. Es soll eine Kooperative gebildet werden, die die Versorgung der Dörfer verbessert, einen öffentlichen Bootsverkehr zwischen den Dörfern und Jordao soll entstehen. Ein Laboratorium soll installiert werden, die Frage ist wo genau und wer soll verantwortlich sein. Diskutiert wird darüber wer in der Kooperative mitarbeiten will und welchen Zeithorizont man sich für die Entwicklung geben möchte.

Ich spreche darüber wie wichtig es ist die Situation der Frauen zu verbessern. Die Frauen arbeiten ununterbrochen: sie holen und tragen das Wasser, kochen, versorgen die Kinder, waschen die Wäsche. Im Wald alles sehr aufwändige Tätigkeiten in keinster Weise unterstützt von Technik wie in unserer modernen Welt. Zusätzlich sind sie Künstlerinnen, stellen den Perlenschmuck her, machen Keramik und wundervolle Kleidungsstücke. Auf allen diesen künstlerischen Objekten, die gleichzeitig Dinge des alltäglichen Gebrauchs sind, die man benutzt oder anzieht, sieht man die verschiedenen „Kine“, die Muster der Schlangen, die Verbindung zur spirituellen Welt. Die Frauen bemalen sich und alle anderen ebenfalls mit diesen Mustern. Sie singen und tanzen in den Zeremonien und manifestieren so einen großen Teil des kulturellen Reichtums der Kultur der Huni Kuin. Viele von ihnen sprechen nur wenig oder gar nicht portugiesisch da sie im Gegensatz zu den Männern viel seltener aus den Dörfern heraus kommen. Die Kultur der Huni Kuin ist inzwischen in Rio de Janeiro und anderen Teilen Brasiliens wie z.B. auch in Alto Paraiso sowie in Teilen Europas recht bekannt durch den unglaublichen Reichtum ihrer spirituellen Welt, der sich vor allem durch die Zeremonien und Gesänge transportiert, die die „Pajés“  (Schamanen) durch ihre Reisen in die Welt tragen. Die männlichen Schamanen reisen also und profitieren vom Austausch mit der modernen Welt. Oft kommen auch Menschen aus der modernen Welt in den Wald, um von ihnen zu lernen und sich zu transformieren. Auch da gilt die Aufmerksamkeit und Bewunderung hauptsächlich den männlichen Schamanen. Ich spreche darüber wie wichtig die Balance zwischen männlichen und weiblichen Kräften ist und dass die Unbalanciertheit ein wesentlicher Grund ist für den kritischen Zustand unserer wunderschönen Erde. Alle hören aufmerksam zu und besonders die Frauen sind sehr dankbar, dass jemand ihre Situation thematisiert und nicht alle Aufmerksamkeit –wie üblich- nur den Männern gilt.

Nach dem Abendessen ruhen sich alle etwas aus und dann beginnt die Zeremonie. Sie dauert die ganze Nacht bis es wieder hell wird. Es ist schwierig zu beschreiben was bei einer solchen Zeremonie geschieht. Alle sind wundervoll geschmückt mit beeindruckendem Federschmuck, mit den Perlenketten und eindrucksvoll bemalt. Dann wird die ganze Nacht gebetet, gesungen, getanzt und Musik gemacht. Männer, Frauen, Kinder, alle feiern gemeinsam mit viel Freude und Inbrunst und einem Sinn von Gemeinschaft wie er in unserer Kultur sehr selten oder nie zu spüren ist. Ich bin mal wieder sehr dankbar dafür, Zeuge dieses Geschehens sein zu dürfen. Im Morgengrauen legen wir uns in unsere Hängematten und ruhen uns ein wenig aus. Die Frauen sind trotz der langen Nacht schon wieder damit beschäftigt Wasser zu holen und das Frühstück zu bereiten.

Nach dem Frühstück treffen sich Kathy, Anna und ich mit den Frauen so wie wir es bei der Erarbeitung des Ablaufplans besprochen hatten.  Auch die Männer treffen sich unter sich. Wir fragen die Frauen wie sie die Entwicklung des Volkes sehen, was ihre Perspektive und Bedürfnisse sind. Sie berichten uns, dass es für sie sehr wichtig ist mehr Austausch zu haben sowie Möglichkeiten ihren Schmuck zu verkaufen und Ausbildung zu bekommen z.B. in Form von Portugiesisch Unterricht. Kathy hat bereits seit einiger Zeit damit begonnen den Schmuck der Frauen mit nach Deutschland zu nehmen, ihn dort zu verkauften und jeder Frau das Geld für den von ihr produzierten Schmuck wider mitzubringen. Die Frauen geben den Schmuck nicht gerne den Männern mit, da diese ihnen oft das Geld dafür nicht zurückbringen, sondern es selbst ausgeben, häufig leider auch um zu trinken. Alkohol ist inzwischen auch dort ein Problem und deswegen ist es extrem wichtig die Arbeit der Frauen separat zu unterstützen. Ich schlage vor die Kooperation mit Living Gaia jetzt in dem Sinne zu konkretisieren, dass ich im Juli diesen Jahren 5 Frauen nach Living Gaia einlade und für 10 Tage dort gemeinsam mit Menschen aus Brasilien und Europa ein Austausch Camp zu gestalten mit Portugiesisch Unterricht, Austausch der Kulturen, des gegenseitigen Wissens und der Inspiration. Die Freude über die Einladung ist sichtlich groß. Sofort werden 5 Frauen bestimmt, die für diese Reise in Frage kommen. Sie werden also zusammen mit Ayani Hunikuin, die gut portugiesisch spricht und als erste und bisher einzige Frau schon als Schamanin gereist ist, sogar zur Ausstellungseröffnung von Ernesto Netos Austellung nach Wien im Juni letzten Jahres, dieses Jahr nach Alto Paraiso reisen. Anna Dantes schlägt daraufhin vor dieses Vorhaben noch mit einer Weiterreise nach Rio de Janeiro zu verbinden, so dass sich für die Frauen plötzlich eine Perspektive ergibt. Zwischendurch haben die Frauen ihren wundervollen Schmuck ausgebreitet sowie Taschen, Mützen, Röcke, Westen und Stirnbänder. Kathy fordert die Frauen auf ihren Schmuck je Frau in eine Tüte zu packen und mit einem Zettel zu versehen auf dem ihr Name steht, das Dorf aus dem sie kommen sowie eine Liste der Sachen, die sie produziert haben. Kathy nimmt alles mit, verkauft es und bringt jeder Frau einen Umschlag mit Geld zurück, so wie sie es schon mehrfach getan hat. Auf diese Weise erfahren die Frauen Wertschätzung und finanzielle Eigenständigkeit. Dabei wird offensichtlich, dass sie uns mehr vertrauen als ihren eigenen Männern. Auch hier ist also eine Menge Versöhnungsarbeit zwischen den Geschlechtern zu leisten. Wir machen mit unseren Projekten einen Anfang.

Anschließend treffen wir uns wieder alle in großer gemeinsamer Runde und einige Vertreterinnen präsentieren mit Stolz und Freude die Ergebnisse. Sie werden verreisen, was für ein Anfang. Ich betone erneut wie wichtig es ist die Balance zu kreieren und ermutige die Männer ihre Frauen mehr zu unterstützen. In Zukunft wollen wir jedes Jahr ein solches Austauschcamp auf Living Gaia organisieren und die Männer natürlich auch nicht ausschließen. Große Erleichterung seitens der Männer ist zu spüren.

Nach dem Mittagessen geht die Besprechung über die Organisation der Kooperative weiter bis spät hinein in den Abend. Irgendwann sind wir alle müde nach langen zwei Tagen und einer zeremoniellen Nacht dazwischen. Am nächsten Morgen beginnt das Zusammenpacken und abreisen. Ich fahre zusammen mit Anna und ihrem Team schon am Vormittag Richtung Jordao los. Die Sonne brennt ohne Unterlass. Zwischendurch nehmen wir ein kurzes Bad im Fluß. Nach cirka 5 Stunden erreichen wir wieder Jordao und das nur weil wir ein sehr schnelles Boot haben und jetzt flussabwärts unterwegs sind.  In Jordao organisieren wir unsere Sachen, nehmen ein Mahl zu uns und bald darauf treffen auch Txana, Kathy und Ernesto ein. Wir genießen einen letzten gemeinsamen Abend und lassen die Tage noch mal gemeinsam Revue passieren.

Am nächsten Tag heißt es Abschied nehmen. Anna, Ernesto und Team, ich sowie unser genialer indianscher Moderator aus Rio Branco Zezinho Yube fliegen zurück aus dem Wald nach Rio Branco. Zurück in die Zivilisation, die moderne Welt. Auf dem Flug ist mein Herz erfreut über diesen Kontakt mit dem Wald, mit dem Volk der Huni Kuin und der Möglichkeiten und Perspektiven, die wir gemeinsam entwickeln.  Fotos von allem gibt es hier zu sehen

Viva floresta

Viva Povo Huni Kuin

Viva Living Gaia                                        Haux haux

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Das Trauma der Erde erlösen



Seit ungefähr 150 Jahren holen wir Erdöl aus der Erde. Seit 100 Jahren tun wir dies verstärkt und immer mehr. Wir verbrennen es anschließend.
Das Erdöl stammt aus einer Zeit als die Erde große Zerstörung erfuhr. Das Kreide-Tertiär-Massenaussterben vor etwa 65 Millionen Jahren, bei dem schätzungsweise die Hälfte aller Lebewesen verschwand, darunter alle Dinosaurier mit Ausnahme der Vogel-Dinosaurier. Es wurden die verschiedensten Hypothesen aufgestellt, um die Ursachen dieses Massensterbens zu klären. Die meisten aktuellen Theorien sehen die Ursache in einem Meteoriteneinschlag oder einem gesteigerten Vulkanismus, einige schließen beide Ereignisse mit ein.
Der Fund des 170 km durchmessenden Chicxulub-Kraters am Rande der Yukatan-Halbinsel im Golf von Mexiko, der durch einen etwa 10 km großen Meteoriten entstanden ist, untermauert diese These.
Die Dinosaurier waren die Gruppe der Landwirbeltiere (Tetrapoda), die im Mesozoikum (Erdmittelalter) von der Oberen Trias vor rund 235 Millionen Jahren bis zur Kreide-Tertiär-Grenze vor etwa 65 Millionen Jahren die festländischen Ökosysteme dominierte. Das ist eine sehr lange Phase. Säugetiere fristeten in dieser Zeit ein recht kümmerliches Dasein. Sie waren meistens nur nachts unterwegs und hatten wenige Chancen sich weiterzuentwickeln, da die Saurier zu jener Zeit die Erde dominierten. Die Saurier zerstörten die Erde nicht. Sie dominierten das Ökosystem.
Sie waren die erste Spezies, die die Erde hervorgebracht hatte, die sich so durchgesetzt hat und den Lebensraum Erde beherrschte, so dass andere Arten weniger Chancen hatten. Deshalb war Ihre Epoche wohl auch so lang.
Die Erde hatte in Ihrer Geschichte schon einiges hinter sich. Sie hatte sich irgendwann vom ewigen Eis befreit und auch sonst hatte sie es immer wieder geschafft stabilere und bessere Verhältnisse herzustellen, die eine Weiterentwicklung des Lebens ermöglichten.
Mit den Dinosauriern war in gewisser Weise ein erster Höhepunkt erreicht.
Die Zerstörung des Ökosystems durch den Meteoriteneinschlag änderte alles. Es war zunächst wie eine Apokalypse. Anschließend dauerte es wieder sehr sehr lange, bis dann die Säugetiere ihre Chance bekamen. Etwas völlig neues kam in die Welt. Mit den Säugetieren entstand eine neue Art Beziehung der Tiere untereinander. Sozialverhalten bildete sich aus und erreichte immer neue Komplexitätsstufen. Schließlich nach wiederum ziemlich langer Zeit entstand auch der Mensch.
Zurück zu unserem Ausgangspunkt. Wir verbrennen jetzt die Materie, die sich aus dem Untergang von damals gebildet hat. Sie hat die Energie / Information dieser Phase der Erdgeschichte in stark verdichteter Form gespeichert. Sowohl die Informationen aus der Dinosaurierepoche, als auch die traumatischen Ereignisse beim Ende dieser Ära sind im Erdöl gespeichert und werden durch die Verbrennung freigesetzt. Sie werden transformiert also von einem Zustand in einen anderen Zustand versetzt. In anderen Worten, der Geist jener Tage ist aus der Flasche.
Genau das passiert auch, wenn wir als Menschen an ein Trauma rühren. Auch unsere menschlichen Traumata sind in unseren Körpern gespeichert und bilden Energieknoten. Dies ist auf individueller, als auch auf kollektiver Ebene der Fall. Nicht anders verhält es sich mit dem Erdkörper. Im Erdöl ist wie wir alle wissen extrem viel Energie gespeichert. Durch das rauspumpen und verbrennen des Erdöls kommt es in Bewegung, breitet sich auf neue Art im Organismus aus (als Treibstoff unserer Zivilisation und in der Atmosphäre des Planeten Erde) und transformiert sich. Verbrennung ist eine gründliche und schnelle Transformation. Dieser Prozess kann so oder so ablaufen, genau wie bei der Freisetzung eines menschlichen Traumas. Dabei wird jeweils eine Menge Energie frei, die unausgerichtet wiederum erneut Schaden anrichten kann. Der Prozess könnte sich dennoch auch als sehr fruchtbar erweisen, nämlich, wenn er aus der Unbewusstheit heraus, aus der er im Moment geschieht, mit Bewusstsein und Liebe begleitet würde.
Dann könnte die starke Energie des Traumas sich so transformieren, dass etwas fruchtbares Neues entsteht. Dazu ist ebenfalls viel Energie notwendig. Diese Energie ist vorhanden. Wenn wir für diese Prozesse ein Verständnis entwickeln und aktiv und bewusst daran teilnehmen, können wir eine Menge bewirken für den Organismus Erde und damit für uns selbst.
Wir sind ein Teil des Organismus Erde. Für uns ist wichtig, zu begreifen, welche Möglichkeiten sich auftun, sowohl uns selbst, als auch den Organismus Erde, als auch die Kollektivkörper die entstanden sind und bis zu einem gewissen Grade sogar ein Eigenleben führen bei der geschehenden Transformation zu unterstützen und dadurch bewusst mit zu gestalten.
Dazu braucht es Visionen von einer von diesem Trauma erlösten Erde und Welt. Wir können anknüpfen an viele alten Visionen, die es gibt von einer Zeit, die einst war oder einer Zeit, die einst kommen wird. Es geht darum sich vorzustellen was für eine Welt wir erleben wollen. Wir sollten dazu tief in uns selbst eintauchen, um zu verstehen, was Menschen eigentlich brauchen, welche Bedürfnisse sie haben, um dann entsprechende Realitäten zu manifestieren.
Tief unten wissen wir, dass Menschen sehr ähnliche Bedürfnisse haben, sowohl kulturübergreifend als sogar Speziesübergreifend. Auf einer tiefen Ebene haben wir ähnliche Träume, vieles ist interkulturell allerdings sehr verschieden. Da sind die unterschiedlichsten Konditionierungen, die uns hartnäckig in unseren Denk- Fühl- und Handlungsgewohnheiten verharren lassen. Nur aktive Schritte mit großer Entschlossenheit können ein Kollektiv aus diesen Konditionierungen herausführen oder dramatische Umwälzungen von (scheinbar) Außen. Ohne die sind tiefgreifende Veränderungen oft nicht möglich, da die meisten Menschen sich weigern den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung zu machen.
Die Zeit in der wir leben, machen nicht nur wir große Veränderungen durch, sondern die Erde insgesamt kommt wieder in eine instabilere Phase, an der wir nicht unwesentlich beteiligt sind. Je bewusster wir unserer Rolle in diesem gemeinsamen Prozess sind, desto besser. Die Rückverbindung mit der Erde oder anders ausgedrückt, die Bewusstwerdung der Verbundenheit, die Überwindung der Illusion der Getrenntheit führt automatisch zum nächsten Entwicklungsschritt und führt uns genau an den Ort von dem aus wir unser individuelles Potential am Besten entfalten können. Das Schöne daran ist, dass die Entfaltung unseres Potentials und die Rolle, die wir dadurch im Gesamtkontext spielen zusammengehören.

Alexandra Schwarz-Schilling

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Impulsen folgen

P1040113Die Liebe fließt am schönsten, wenn wir keine Angst voreinander haben, wenn wir uns trauen dem Fremden wirklich nahe zu kommen, unsere Energien miteinander austauschen und die Köstlichkeit der Vermischung der Energien zelebrieren.  Auch die Evolution hat immer wieder dafür gesorgt, dass es wieder  und wieder zu Vermischung und neuen Kombinationsmöglichkeiten kommt. Das ist ein wichtiger Bestandteil der heiligen Matrix (wie Dieter Duhm sehr treffend das Netz des Lebendigen nennt). Diese Innovationskraft, diese Bereitschaft sich mit dem Unbekannten einzulassen und zu vertrauen, dass dies richtig und gut ist, kommt aus dem zellulären Wissen.

In meiner ganz persönlichen Erfahrung kommt ein solcher Impuls aus meinen Instinkten. Sie sind mein ältester Anteil, sie sind zur Intuition geballtes Wissen und Erfahrung. Wenn dieser Impuls sich neu zu verbinden kommt, ist er nicht zu halten, es geschieht.

Das hat etwas sehr befreiendes, es entlastet mich irgendwie. Ich muss mir keine Rechenschaft ablegen, weil ich nicht das Gefühl hatte, eine Wahl zu haben, bzw. noch präziser ich habe mich dem stärksten Impuls einfach hingegeben, weil er so klar und eindeutig war. 

Eindeutige klare Handlungsimpulse sind etwas Wunderbares. Besonders wenn ich ihnen direkt nachkomme.

Was ist eigentlich ein Impuls? Wo kommt er her? Er kommt irgendwo aus dem Netz des großen Systems meines Organismus je nach dem wie weit man diesen fassen will. Er kommt also von irgendwo „hergelaufen“ und erregt Aufmerksamkeit an irgendeiner Stelle in meinem Organismus. Dort wird er entweder direkt wahrgenommen und beantwortet oder er wird erst noch weitergeleitet. Diese Weiterleitung kann auf ganz verschiedenen Ebenen passieren. An dieser Stelle kommt das Phänomen der Synchronizität ins Spiel. Denn es mag sein, dass nun mehrere Impulse simultan ins System rauschen, auf verschiedenen Ebenen. Manchmal ist der Organismus so sehr mit etwas anderem beschäftigt, das er den Impuls nicht beantwortet, ihn ignoriert, so dass er noch eine Weile weiter ausgeblendet werden kann. Die ganze Zeit müssen Entscheidungen getroffen werden, welche Wahrnehmungen unsere Aufmerksamkeit bekommen und aus ihnen Handlungen erwachsen  und welche nicht.

So ein eindeutiger klarer Handlungsimpuls ist also nicht immer da. Viel häufiger sind es viele kleine zum Teil widersprüchliche Impulse. Dann dauert es bis eine Handlung daraus erwächst.

Deswegen fühlt es sich sehr kraftvoll an, wenn ein Impuls eindeutig, klar und stark im System anklopft. Bei mir entsteht dann die Bereitschaft mich diesem Impuls hinzugeben, das heißt ihm ins Unbekannt zu folgen, vertrauend, das es mich  hinführen wird, wo es für mich langgeht.

Für mich persönlich fühlt sich die Impulsqualität als männliche Qualität an, im Zusammenspiel der Dinge in der großen heiligen Matrix. So wie wir vorhin, die Qualität Energien aufzunehmen, zu transformieren und wieder weiterfließen zu lassen, als weibliche Qualität erkannt haben.

Alexandra Schwarz-Schilling

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3. Individuation und Verbundenheit – wie geht das zusammen?

1546222_735908733095510_1886855189_nDas Leben um uns herum hat immer auch die Aufgabe uns unser eigenes Inneres zu spiegeln, je nach dem, was wir in dem anderen sehen, werden wir auf Aspekte von uns selbst aufmerksam gemacht. Das was uns nicht gefällt, uns ekelt oder Angst macht fordert uns besonders heraus. Meistens suchen wir (oft auch erfolgreich) einen Weg es zu vermeiden. Daran ist an sich nichts verkehrt. Bevor es verschwinden kann möchte es als ein Teil unseres Selbst erkannt und verstanden und akzeptiert werden.

Dieses oder der Andere ist immer auch ein Teil meiner selbst. Deshalb ist es kein Zufall was um mich herum passiert und wie ich es erlebe und wer um mich herum ist. Je tiefer mir die Verschmelzungsebene im Erdinneren bewusst ist, umso weniger bin ich in der Lage im Außen gegen ein Anderes Krieg zu führen. Es ist ja auch völlig absurd. Wenn ich mir des Bildes des unten gemeinsam im Erdkern Wurzelns und verschmolzen Seins wirklich bewusst bin, dann habe ich gar nicht mehr den Impuls dem andren schaden oder ihn vernichten zu wollen, es sei denn er schadet und bedroht mich oder das Ganze. Dann setzt natürlich ein Selbstbehauptungsimpuls ein, der ebenfalls völlig natürlich ist und immer für ein Gleichgewicht in der Natur gesorgt hat. Wir haben dieses Gleichgewicht ausgehebelt und sind immer noch dabei uns gegenseitig und unsere Mitwelt zu zerstören. Aber eigentlich geht es bei dem Ausdifferenzierungsprozess eher darum eine Nische zu finden, die sowohl dem Prozess meiner Individuation als auch dem Ganzen dient. Die Natur macht uns das in solch genialer Weise vor, und auch wir Menschen haben diese Matrix des Lebens in vielen verschiedenen Aspekten selbst verwirklicht. Unsere westlichen pluralen Gesellschaften sind dafür ein gutes Beispiel. Wir leben in unterschiedlichsten Welten dicht aufeinander und können doch ganz und gar verschiedene Leben führen. Friedlich nebeneinander. Das ist natürlich auch eine Errungenschaft. An dieser Stelle haben wir in schwierigen Auseinandersetzungsprozessen gelernt uns gegenseitig zu lassen und dem anderen, seinen Weg der Individuation zuzugestehen. Offensichtlich ein extrem großes Bedürfnis der Menschheit, das gleichzeitig von enormen Ängsten und Unsicherheiten begleitet wurde. Wir sollten dieses Bedürfnis nach Individuation sehr ernst nehmen. Genau an dieser Stelle ist auch der Knoten mit der Verbundenheit bzw. der Bewegung hin zu mehr Verbundenheit mit dem Ganzen. Wir sind immer noch sehr damit beschäftigt uns vom anderen abgrenzen zu müssen. In der Regel aus der Angst vor dem Verlust der Individualität. Die Angst, die durch die lange kulturelle Evolution gewonnene Individualität wieder verlieren zu können ist eine der häufigsten Ursache für heftige Abwehrreflexe bezogen auf das Thema mehr Verbundenheit einladen und auch auf das Thema Gemeinschaftsbildung als Gegenbewegung zur Vereinzelung.

Wir neigen in den westlichen Großstädten dazu den Ausdifferenzierungswunsch bis zur kompletten Vereinzelung voranzutreiben. Und ja, wir Menschen haben einen sehr hohen Komplexitätsgrad an Ausdifferenzierungsmöglichkeiten geschaffen. In der nächsten Generation macht sich schon die Sehnsucht nach mehr Gemeinschaft breit. Es ist der Traum die Individualität in der Gemeinschaft leben zu können, der sie umtreibt. Mit all den Schwierigkeiten, die das mit sich bringt. Dennoch sind unsere sozialen Strukturen immer noch sehr auf Vereinzelung ausgerichtet. Sie haben sich auch tatsächlich bewährt, indem Sinne, das es durch diese viele Abgrenzung friedlicher bleibt. Jeder darf seins machen und stört den nächsten dabei nicht, weil er möglichst wenig davon mitbekommt.

Auf der anderen Seite führt genau diese Vereinzelung dazu, dass wir viel zu viele Ressourcen verbrauchen und so auf keinen Fall weiter machen können. Die Glocke läutet längst, das wissen inzwischen die meisten bewusst sich auseinandersetzenden Menschen. Und natürlich zahlen wir auch alle einen persönlichen Preis für die starke Individuation. Viele von uns leben sehr vereinsamt, soziale Bindungen müssen neu erschaffen werden. Die alten Bindungsstrukturen sind tatsächlich dabei immer mehr zusammen zu brechen, weil sie dem maßlosen Wunsch an persönlicher Freiheit entgegenstehen. Dies ist auch das Dilemma der meisten jungen Menschen. Also wählen viele die Strategie: Bindungen auf Zeit, dann nicht so tief, dafür bleibt der individuelle gefühlte Freiheitsrahmen groß genug. Die Verbundenheit bleibt aber auch begrenzt und das erzeugt einfach nur anderen Frust, Ängste und Traurigkeit, wie das Gefühl zu eingeengt zu sein. Unsere Individuation hat also einen hohen Preis. Einen sehr hohen. Sie erschafft sehr viel Leiden auf dieser Welt.

Kein anderes Lebewesen verursacht soviel unnötiges Leiden unzähliger Kreaturen und Wesen wie der Mensch.

Könnten wir einfach damit aufhören und uns stattdessen auf eine Liebesbeziehung mit unseren Mitwesen einlassen? Tatsächlich einen anderen Traum träumen?

Wer wenn nicht wir könnten dieses Leiden beenden. Lasst es uns einfach tun. Stellt euch vor, dass immer mehr Menschen gewahr werden, dass ihre Sehnsucht nach Liebe und liebevollem Austausch mit anderen größer werden. Dass sie diese Sehnsucht immer weniger unterdrücken können bzw. das diese Unterdrückung sie sehr viel Kraft kostet.

Echtes Mitgefühl und Liebe für all unsere Mitwesen, und natürlich auch für die vielen leidenden Menschen, die ebenfalls den Preis für unseren Luxus der Individuation bezahlen. Alle anderen Wesen leiden nicht weniger, nur weil sie keine Menschen sind. Auch Flüsse leiden, Wälder und Landschaften, mal ganz abgesehen von den ganzen Tieren, die wir für unseren Komfort leiden lassen.

Ein weiter Weg zu gehen, den wir da vor uns haben. Zeit anzufangen. Ich lade Menschen, die Resonanz verspüren ganz herzlich dazu ein ihr Leben dieser Aufgabe zu verschreiben. Bei anderen Menschen ein Bewusstsein für die Erde, die Tiere, die Pflanzen und die Elemente wieder zu erwecken, sie zu erinnern, an die gefühlte Verbundenheit. Jeder Mensch erlebt eine Zeit in der Natur als heilsam, als erholsam und beruhigend. Warum wohl? Warum ist es für unseren Organismus so wichtig ab und zu in der Natur zu sein. Die Liebe der Wesen und der Elemente untereinander zu beobachten. Die Natur ist eine Meisterin des Liebesspiels, man kann so viel von ihr lernen. Wie der Regen die Erde küsst und die Pflanzen sich dem Regen hingeben und es genießen von ihm erfrischt zu werden. Wie das anschließende Sonnenlicht, alles hell erglitzern lässt und die Landschaft sanft streichelt. Die Liebe unter allem Lebendigen ist enorm. Sie erschafft eine unglaubliche Schönheit, ja die Schönheit ist ein sehr direkter Ausdruck von Liebe, ein unwiderstehliches, unzweifelhaftes Signal. Sie hat etwas Erhabenes, etwas das durch sich spricht und keiner weiteren Beweise bedarf. Und doch gibt es so viele Menschen, die diese Schönheit nicht einmal wahrnehmen nur darauf aus sind sie zu zerstören und irgendeinem Phantom nachzujagen, das sowieso nur Geltung in ihrem kleinen Ausdifferenzierungsreich hat. Aber je abgegrenzter und unverbundener umso einfach lässt sich Krieg und Zerstörung herbeiführen und gefühlskalt vollziehen.

Das ist ja leider ein Großteil der Realität auf der Erde. Deswegen sollten wir anfangen: Also noch mal, Die Erde lebt, sie will mit uns kommunizieren. Wir sollten der Rückanbindung an die Erde Priorität geben, wenn wir hier Resonanz verspüren und nicht länger warten. Die Erde wartet auf unsere Bewegung zu ihr hin. Durch Sten Linnander sagt sie uns ja, dass sie schon die ganze Zeit anruft, wir sollen endlich den Hörer abnehmen😉

Alexandra Schwarz-Schilling

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2. Wozu eine Liebesbeziehung mit der Erde?

20130712_161423Auf jeden Fall ist es höchste Zeit, dass wir unseren Fokus ein wenig mehr der Erde und den irdischen Wesen schenken, als uns immer in Projektionen an himmlische Wesen zu verlieren. Dies ist mir ein wirkliches Anliegen. Ich habe gar nichts gegen himmlische Wesen. Es gibt sie in vielen Erscheinungsformen, sie spielen eine große Rolle in unserer Bewusstseinsentwicklung. Das Problem ist ausschließlich, dass wir durch unseren Fokus auf den Himmel die Verbindung zur Erde abgeschnitten haben. Deshalb gebe ich dem grade nicht so viel Energie. Wir können auch die himmlischen Wesen bitten uns dabei zu unterstützen, die Verbindung mit der Erde wieder mehr zu intensivieren. Letztlich geht es um die Heilung und Verbindung von innen und außen, von oben und unten. Es geht darum alle drei Welten miteinander wieder zu verbinden so wie in den meisten schamanischen Traditionen die Rede von den drei Welten ist, die ein Schamane bereist. Von der Unterwelt, der Mittelwelt und der Oberwelt. Natürlich gehören sie zusammen und bilden ein großes Ganzes. Wir haben die Unterwelt (unsere Herkunft, gemeinsames Feuer aus dem wir kommen) dämonisiert und als Hölle oder Fegefeuer völlig entwertet. Unser Leben im Hier und jetzt haben wir jahrhundertelang als Jammertal eingeordnet und unsere ganze Sehnsucht darauf gerichtet in die Oberwelt (Paradies) entschwinden zu können und einzugehen in das Reich des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, das im Himmel auf uns wartet.

Unsere Mutter, die Erde, die MATERie haben wir zu einem leblosen tumben Etwas degradiert, das wir nach Gutdünken ausbeuten und verletzen dürfen. Den Körper haben wir Jahrtausende lang zum Gefängnis der Seele erklärt und andererseits leben wir in einer Welt in der materieller Erfolg das Maß aller Dinge zu sein scheint.  Meine Erklärung dafür ist, dass das Nicht Erkennen der MATERie als große Mutter, die in Fülle ihre Lebenssäfte verströmt, damit wir uns von ihr ernähren und auf ihr entwickeln können, diese Nichtverstehen und Nichtrespektieren dessen, was die Grundlage unseres Seins ausmacht beim Menschen zur Erfahrung von Gier und Mangel führt. Dadurch, dass die lebendige Erde nicht erkannt wird, wird auch die sie verströmende Fülle nicht mehr wahrgenommen. Der Mensch glaubt nun selbst geschaffene materielle Produkte anhäufen zu müssen, er versucht seinen tiefen Hunger nach Liebe und Verbundenheit mit dem Grund des Seins nun über Dinge und technische Errungenschaften zu stillen, den Hunger damit zu stopfen. Dabei erzeugt er natürlich immer mehr Elend und wird auch niemals satt.

Unsere Geschichte auf dieser Erde hat uns inzwischen dazu geführt, dass wir sie von vielen Perspektiven aus erleben. Wir reisen und jetten um die Welt wie keine Generationen vor uns es tun konnten. Aus dieser erdumspannenden Perspektive wird ja deutlich, dass es kein oben und unten gibt. Oben und unten sind immer nur sehr lokal beschränkte Perspektiven. Wenn man die Erde als Ganzes betrachtet, was ja durch unsere technologischen Möglichkeiten heute ganz anders möglich ist, als jemals in der Geschichte der Erde und der Menschheit wird doch sehr deutlich, dass es oben und unten gar nicht gibt, sondern nur innen und außen. Wo im Universum gibt es oben und unten? Insofern ist wirklich Zeit für eine völlig neue Betrachtungsweise. Eine, die die Verbundenheit inidigener Kulturen mit dem Wissen, der Erkenntnis und den Möglichkeiten, die unsere Zivilisationen hervorgebracht haben verbindet.

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Stell dir vor, die Erde ist nun soweit, sie hat ein Bewusstsein, dass auf Empfang eingestellt ist mit uns in einen tiefen Austausch zu gehen. Wir müssten nur auf Empfang stellen. Wir müssten lernen hinzuhören uns auf ihre Sprache einstellen. Ihre Signale verstehen lernen. Für mich persönlich ist der beste Weg über die Elemente, jedes Element hat eine eigene Sprache, mir persönlich ist das Element Luft sehr nahe. Ich habe schon immer eine enge Verbindung zu den Wolken und zum Wind verspürt, überhaupt den Luftbewegungen.  Aber auch das Wasser und das Feuer sprechen natürlich die ganze Zeit zu uns und die Erde mit ihren wundervollen Landschaften und Gesteinsformationen ebenfalls. Wann werden wir lernen wieder mehr hinzuhören? Wirklich in Kontakt zu treten? Bereit sein Botschaften zu empfangen? Wenn du den Horizont betrachtest, kannst du die lebendige Erde sehen oder siehst du eine mehr oder weniger leblose Landschaft?

Wer fühlt sich gerufen? Wer möchte mitmachen, die Erde und uns selber in einem gemeinsamen Erweckungsprozess zu etwas Neuem zu unterstützen?

Die Zeit ist jetzt – ja, die Zeit drängt sogar, aber Eile hat sich nicht bewährt. Tiefe Prozesse benötigen Ruhe und Zeit! Wir haben also alle Zeit der Welt damit anzufangen. Wir spüren, wenn es soweit ist. Überhaupt geht der ganze Prozess bei dem es um eine Rückverbindung und ein echtes Wahrnehmen der Verbundenheit geht, äußerst individuell vor sich. Denn tatsächlich wollen die Ebene der Einzigartigkeit und die Ebene der Verschmelzung miteinander verbunden werden, so dass die Erde ihre Liebesströme wieder ungehindert fließen lassen kann und wir uns in diesen Prozess bewusst einbringen können und die Erde dabei unterstützen beziehungsweise bewusst mitwirken.

Ein wesentlicher Aspekt ist die Transformation der Energie der Erde. Wir Menschen spielen eine wesentliche Rolle im Stoffwechsel der Erde, auch wenn wir darüber nicht nachdenken. Doch durch unsere unverbundenen ungebremsten Eingriffe in die Natur der Dinge haben wir den Stoffwechsel der Erde ganz schön durcheinandergebracht. Das dämmert uns so langsam durch das Phänomen des Klimawandels.

Letztlich geht es aber nicht ursächlich um das Abschwächen oder Verhindern des Klimawandels, den wir als Bedrohung erleben, sondern es geht um das bewusste Mitwirken am sowieso stattfindenden Transformationsprozess: Die Energieströme der Erde bewusst durch uns durch fließen lassen und sie mit unserer Energie aufzuladen und sie wieder an die Umgebung abzugeben ist ein Teil der Aufgabe. Das ist auch schon ein Liebesakt. Liebe bedeutet ja mich liebevoll mit meiner Umgebung auszutauschen, ob es dabei um einen Partner, ein Kind, ein Tier oder eben die Erde geht. Die innigste Verbindung besteht dabei immer dort wo auch Körperflüssigkeiten ausgetauscht werden, beim Liebemachen von zwei Menschen oder beim Stillen eines Kindes. Natürlich geht dieses Austauschen auch auf einer anderen als der materiellen Ebene, die Kanäle für den Energiefluss werden allerdings durch das tatsächliche physische Fließen lassen von Flüssigkeiten sehr gut vorbereitet, geputzt und aufgemacht. Askese bzw. das Vermeiden von  sinnlicher Erfahrung sind also eher hinderlich für das Fließen lassen und Transformieren von Energie.

Dieses Energie aufnehmen und transformieren ist eine zutiefst weibliche Qualität. Es ist das was die Erde die ganze Zeit tut, sie gibt ihre Energie ab und nährt die Wesen, die auf ihr leben und sie nimmt ihre Energie wieder auf und transformiert sie und bringt sie als neues Leben wieder hervor. Weibliche Qualität bedeutet nicht, dass sie für Männer nicht genauso wichtig wäre wie für Frauen. Weiblich und Männlich sind Bestandteile aller Wesen in der Polarität. Also im Zustand des nicht komplett verschmolzenen Eins seins.  Diese Qualität des Aufnehmens und Energie Transformierens und wieder Abgebens ist eine wesentliche Bewegung im kollektiven Transformationsprozess. Diesen ständig stattfinden Austausch mit Bewusstsein und Liebe aufzuladen ist die Aufgabe. Sie beginnt mit dem Austausch der Energien mit der Erde. Dies kann man am besten an einem Ort tun, der einen dazu einlädt. Ein Ort der einerseits noch nicht so durch Menschen verändert ist, dass seine ursprüngliche Energie kaum noch durchkommt. Also am Besten ein Ort in der Natur. Wer sehr geübt ist mit der Erde im Kontakt zu sein und zu bleiben kann diesen letztlich überall aufrechterhalten. Es gibt aber viele Orte auf der Erde an denen das eine wirkliche Herausforderung ist.

Ich lebe ja viel in Berlin. Auch dort ist es eine Herausforderung immer wieder in enger Verbindung mit der Erde zu sein. Der Frieden und die Liebe der Erde sind in der Stadt oft schwer zu spüren. Aber vielen reicht es schon im Umland in den vielen Wäldern und Seen spazieren zu gehen.

Für mich persönlich ist das nicht genug. Ich bin am Waldrand aufgewachsen. Es ist ein bewirtschafteter Wald mit Waldwegen und Zäunen in einer hessischen Mittelgebirgslandschaft. Ich bin sehr dankbar, dass ich so nah am Wald aufwachsen durfte. Dadurch habe ich meine Sensoren von klein auf auf die Signale der Elemente und der Pflanzen und Tiere eingestellt. Da ich viel Zeit draußen verbrachte habe ich schon früh eine sehr innige Verbindung mit der Landschaft und ihren Besonderheiten aufgebaut. Ich bin sehr sehr dankbar, dass ich diese Möglichkeit in meiner Kindheit und Jugend dazu hatte. Schon damals hatte ich den Traum, dass es normal ist, das alle Menschen mit den Tieren sprechen und das es nicht komisch ist dieses Bedürfnis zu haben.

Heute ist mein Bedürfnis nach Kontakt mit unberührterer Natur sehr viel größer. Alles was Menschen gemacht ist und nicht im Einklang und harmonisch eingepasst an seine natürliche Umgebung tut mir im Grunde genommen weh. Ständig werden meine Sinne mit diesen Ungereimtheiten konfrontiert und ich merke, dass es viel Energie kostet, dieses Unwohlsein mit diesem Umstand die ganze Zeit auszublenden. Oft möchte ich eigentlich in Tränen ausbrechen, wenn ich sehe, was der Erde, den Tieren und den Flüssen und Seen angetan wird.

Unsere ganze moderne Welt ist ein einziger Ausdruck der Verletzung der Grenzen der natürlichen Welt in der wir uns befinden. Ich sehne mich nach einer Welt, in der die uns umgebende natürliche Welt als das wahrgenommen und respektiert wird, was sie ist: Lebendig!!!!! Dieses LEBENDIG reicht vollkommen aus, um zu verstehen, dass man dann natürlich auch kommunizieren kann. Unsere zur vollkommenen Normalität verkommene Respektlosigkeit im Umgang mit der uns umgebenden lebendigen Welt hat ein solches Ausmaß erreicht, dass es schon auch schwierig ist so zu tun, als wäre nichts.

Was hat der Mensch also für Möglichkeiten? Was kann ich tun? Was bedeutet das für mich?

Ich habe mich aufgemacht einen Ort zu finden und mit anderen zu teilen, die denselben Traum haben. Diesen Ort habe ich in Living Gaia gefunden. Jetzt bin ich hier und verstehe, dass dieser Ort eine solche Einladung an Menschen ist: Sich mit der Erde zu verbinden, sie lieben zu lernen.

Ich persönliche liebe hier so sehr mit welcher Sanftheit und Intensität die Elemente zu mir sprechen bzw. natürlich ist es nicht ein Sprechen in unserem herkömmlichen Sinne, es ist eher ein gemeinsames Fühlen. Eine fühlende Kommunikation. Das trifft es am ehesten. Die intensivste Kommunikation, die ich mit einem anderen Menschen haben kann findet für mich persönlich ebenso auf einer gefühlten Ebene statt – jenseits von Worten oder Sprechen. Deshalb finde ich es auch nicht so schwierig mit anderen Wesen zu kommunizieren, die nicht unsere Sprache sprechen, da es eh um eine gefühlte Kommunikation geht. Ein aufeinander Eingeschwungen sein und den oder das andere „erfühlen“. Dies ist ein Akt der Wahrnehmung. Als ob man ein Fühlungsorgan hätte, das wieder aktiviert werden will. Ein Wahrnehmungsorgan jenseits von Worten. Ein anderer Teil des Transformationsprozesses ist es dann durchaus, für das Wahrgenommene Worte zu finden. Aber der Wahrnehmungsprozess an sich findet Jenseits von Worten statt.

Ich vermute aber, dass dieser Wahrnehmungsprozess auch sehr individuell verschieden sein kann. Manche nehmen ja die Stimme Erde in ihrem Kopf wahr. Manchmal geht mir das auch so. Allerdings ist das meistens mit einem starken Gefühl verbunden. Manchmal spüre ich den Schmerz von Mutter Erde und vielen ihrer Bewohner oder auch ihre Wut. Dann will ihn hinausschreien in die Welt und weiß auch nicht wirklich wie oder was ich damit machen soll……….

Ich bin froh, dass ich mit Living Gaia einen konstruktiven Weg gefunden habe meinem Bedürfnis mich noch viel tiefer mit der Erde zu verbinden nachzukommen und dass ich es wage andere Menschen dazu einzuladen und ihre Erfahrungen damit zu machen.

Alexandra Schwarz-Schilling

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1. Living Gaia –Einladung zu einer Liebesbeziehung mit der Erde

Ein magischer Ort, entlang des Flusses Sao Miguel. Mit einer Quelle und vielen heiligen Plätzen.

Brasilien ist intensiv, so wie die Sonne, die Früchte süßt. Die Süße ist tief und ganz. Sie ist eine durch und durch intensive sinnliche Erfahrung. Die Gegensätze sind groß und doch hat alles eine Sanftheit, die immer wieder umhaut. Die Sonne brennt auf der Haut, das Wasser hat eine erfrischende Qualität, die jede Zelle jubilieren lässt beim Eintauchen in das wundervolle kühle Nass.

Es ist ein Teil unserer Aufgabe, das Potential der Erde entfalten zu helfen. Gleichzeitig entfalten wir unser eigenes Potential, da wir viel mehr zusammenhängen, als uns gemeinhin bewusst ist. Wir sind durch und durch in unserem Sein mit der Erde verbunden, obwohl wir jetzt viele Jahrtausende lang alles dafür getan haben, um diese Verbindung nicht mehr wahrzunehmen. Aber das ist natürlich nicht wirklich möglich, auch wenn wir es uns immer wieder eingebildet haben, dass wir mit der Erde nichts zu tun haben. Unsere Herkunft haben wir in den Himmel verlagert und die Erde und alle ihre Bewohner betrachten wir lieber aus der Distanz.

Living Gaia als Ort in Brasilien fordert den Besucher auch heraus. Er muss sich auseinandersetzen mit Insekten und Schlangen und Spinnen. Das sind wir überhaupt nicht gewöhnt und macht den meisten Menschen natürlicherweise Angst. Living Gaia zeigt uns die Schönheit und Unmittelbarkeit der Wildnis und unserer eigenen Wildheit.

Wildnis ist etwas, dass unsere Zivilisation schon sehr lange durch Kultur zu verbannen sucht. Wir mögen Wildnis auf der Leinwand, in Filmen, auf Fotos. Wildnis fasziniert uns, aber wir tun dennoch alles um möglichst keine direkte Begegnung mit ihr zu haben. Und dennoch können wir hier in der Wildnis beginnen, diese sich auseinander entwickelnden Welten wieder zu verbinden.

Hier können wir lernen eine Liebesbeziehung mit der Erde und ihren verschiedenen Daseinsformen zu leben. Wir werden die Erfahrung machen, dass die Erde lieben und sich selbst lieben sehr eng zusammenhängen. Die Erde, die Elemente und Naturkräfte, das Lied der Insekten, die sanfte Brise an der Wange, alle diese Erfahrungen lassen mehr und mehr die ihnen innen wohnende Kommunikation an uns bis zu uns durchdringen. Auf diesem Gebiet gibt es sehr viel zu tun.

Living Gaia ist ein Ort an dem du eine Liebesbeziehung mit der Erde beginnen kannst. Ein Ort, der dich an deine Verwurzelung im Leben und an deinen Teil in diesem großen Ganzen erinnert. Living Gaia ist das was man einen  Retreatort nennt. Hier bist du ja wirklich mit dir und der dich umgebenden Natur. Es ist gut sich immer wieder in diese Erfahrung – alleine in der Natur – zu begeben und sich auf die Umgebung wirklich einzulassen. Wer diesen Ruf der Erde hört, sollte dem auf jeden Fall folgen. Die Erde ruft manche Menschen mehr und manche Menschen weniger. Die, die sie weniger ruft, haben andere Aufgaben. Diejenigen, die sie ruft, können diesen Ruf schlecht ignorieren. Das führt zu unangenehmen Erfahrungen. Viele Menschen, die den Ruf stark spüren, erlauben sich einfach nicht, ihm zu folgen, weil er viele Veränderungen herbeiführt. Eine Weile gelingt das, irgendwann wird es immer schwieriger. Manchmal ist es so zu spät, dass man am sich manifestierenden Unheil, das sich abspielt nicht mehr ersehen kann, welche Vermeidung oder Angst ihm zu Grunde lag. Dann kommt irgendwann die nächste Gelegenheit – wirst du dem Ruf diesmal folgen?

Eine Liebesbeziehung mit der Erde. Vielleicht hängt es davon ab, welche Erfahrung Menschen mit der Liebe gemacht haben, aber eine Liebesbeziehung mit der Erde, ich kann mir ehrlich gesagt nichts Spannenderes vorstellen. Dass das nicht vielen so geht, liegt vielleicht daran, dass es für uns einfach eine fremde und deswegen merkwürdige Vorstellung ist. Etwas worauf wir von Alleine nicht kommen würden.

Aber gehen wir einfach mal davon aus, es wäre möglich und auch sinnvoll, sich auf eine Liebesbeziehung mit der Erde einzulassen. Wie würde das Aussehen? Wie sich anfühlen? Welche Erfahrungen würden wir machen? Zunächst mal müssten wir uns ihr wirklich anvertrauen, aussetzen. Das kann jeder auf eine ihm genehme Art und Weise machen. Jeder spürt, wenn er dem Ruf der Erde folgt, er spürt einfach wo es lang geht.

Liebesbeziehung mit der Erde: vielleicht wird man dabei herausgefordert für sich zu verstehen, was ist denn überhaupt eine Liebesbeziehung?

Da hier jeder nur für sich sprechen kann, spreche ich im Folgenden nur von mir:

Also Liebesbeziehung mit der Erde, das ist für mich das Beobachten des Geckos, der grade über die Steinwand huscht, das ihm zärtlich mit den Augen folgen. Sich an seinem Tanzschritt erfreuen. Ihm energetisch meine Vibration übermitteln, mich mit ihm verbinden für den Moment.  So geht es auch mit den Wolken, der Brise, dem Regen, dem Licht, dem Feuer, das im Dunkel vor mir tanzt. Mit allem in meiner Umgebung, was meine Aufmerksamkeit erregt. Und was ist mit den unangenehmen Überraschungen? Was mit der Spinne zwischen meinen  Sachen oder der Spinne zwischen zwei Kartons? Was ist mit all den Ängsten, die sich auftun im Umgang mit der Wildnis? Auch diese wollen wahrgenommen und integriert werden. Mein Umgang mit Ihnen ist, dass ich sie ausspreche. Ich sage den Spinnen, dass ich sie respektiere und dass ich auch Angst vor Ihnen habe und dass es mir oft unangenehm ist ihnen zu begegnen, besonders wenn sie sehr groß sind. Die Spinnen reagieren in der Regel früher oder später drauf und lassen sich immer weniger blicken. Es hat natürlich auch damit zu tun, dass dadurch, dass wir so wenig hier sind, die Wildnis auch das Haus und die Campküche immer schnell wieder zu ihrem Terrain machen.

Dennoch muss man durchgehend mit solchen Überraschungen rechnen und einen Umgang mit ihnen finde, was im Grunde nur eine Frage der Gewohnheit ist. Auf jeden Fall kann man gut lernen, dass all diese Herausforderungen gut gemeistert werden können und nicht nur das. In jeder Überraschung steckt so viel Weisheit und Erkenntnismöglichkeit, oft zeigt sich das erst im Nachhinein. Die Intensität dieser Erfahrung hinterlässt nachhaltige Information, die in meinem System abgespeichert bzw. in Wirklichkeit nur wieder wachgerufen werden.

Wir haben das meiste dieses Wissens sowieso in unseren Zellen gespeichert. Da unsere Umwelt diese Informationen aber schon so lange nicht mehr abgerufen hat, müssen sie nun erst wieder reaktiviert werden, das ist so, als ob man irgendwo hinkommt, wo sehr sehr lange niemand mehr war. Ein verlassenes Haus oder so. Die Schönheit des Ortes muss meistens erst wieder freigelegt werden. Mit Liebe und Achtsamkeit wiederbelebt werden.

So ist es mit unserer Liebesbeziehung mit der Erde auch. Wir haben sie nur vergessen, sie ist über so lange Zeiträume in unseren Zellen abgespeichert worden, dass jeder, der sie sucht in sich finden kann!!!

Wir haben viel getan, um uns diese Liebesbeziehung zu vermiesen. Deshalb haben viele von uns Angst oder sind verpanzert, was sich sofort in heftigen Abwehrreflexen zeigt sollte die Liebesbeziehung mit der Erde Thema sein oder Bemühungen unternommen werden diese vorhandene Liebesbeziehung mit der Erde bewusst zu machen.

Dabei gibt es natürlich verschiedene Ebenen. Es gibt die mentale Ebene, die gerne Zusammenhänge verstehen möchte und das Alles in einer große Matrix untergebracht sehen will.

Dieser Ebene ist leicht zu helfen. Machen wir uns klar, dass wir eine sehr lange gemeinsame Geschichte mit der Erde haben. Wir sind schon so lange mit der  Erde gemeinsam unterwegs, dass es eher erstaunlich scheint, dass dieser Fakt so wenig Bedeutung in unserem Umgang mit der Erde hat. Tatsächlich haben wir uns auf ihr entwickelt und sie hat sich mit uns gemeinsam weiterentwickelt ununterbrochen verändert und wir sie und sie uns.

Es ist also eher erstaunlich, dass wir Menschen unsere Evolution und unsere Entwicklung, die wir doch so gerne zutiefst verstehen wollen und über die es so viele verschiedene Blickwinkel und entsprechend viele Theorien und auch Geschichten gibt, nicht als ein selbstverständlich Gemeinsames verstehen.

Vor meinem inneren Auge ist folgendes Bild aufgetaucht: Wir sind alle im Erdkern miteinander verbunden. Der feurige flüssige Erdkern ist die tiefste Ebene auf der wir buchstäblich alle miteinander verschmolzen sind. Wir sind ein Einziges, wir sind nicht ausdifferenziert und individuell. Wir sind tatsächlich alle eins im großen Hexenkessel von Mutter Erde, tief in ihrem Inneren, ganz unten (von der Oberfläche aus betrachtet), – ganz innen aus der Distanz betrachtet. Ganz im Inneren ist Feuer und flüssiges Gestein, dann kommen Gesteinsschichten und Sedimente, wir würde Erde dazu sagen, dann kommen Wasserreservoirs und unterirdische Wasserlandschaften, von denen wir wenig Ahnung haben und natürlich die Meere und die Süßwassersehen und Flüße und schließlich kommt die Oberfläche, der Teil über der Erde, der uns vertraut ist, die Vegetation, die Luft, Wind und Brise kennt.

Diese Verschmolzenheit im  Erdkern – im innersten der Erde – differenziert sich von innen nach außen immer weiter aus. Was im Erdkern energetisch völlig mit allem was ist verschmolzen und eins ist, mag 40 Meter über der Erdoberfläche als Baumkrone einzigartig ausdifferenziert sein. Was im Erdkern eins ist, ist nach außen immer klarer erkennbar als ein Besonderes, eins das auf jeden Fall ganz anders, als etwas anderes ist.

Einheit und Einzigartigkeit sind an unterschiedlichen Stellen zu finden, sie sind sozusagen zwei Pole einer Möglichkeit, der Möglichkeit der Erfahrung der  Individualität und Einzigartigkeit und am anderen Pol die Möglichkeit der Erfahrung der Einheit und Vollständigkeit. Denn hier ist jede Ausdifferenzierung in ihrem Potential schon vorhanden. Welchen einzigartigen Weg etwas nimmt hängt von der einzigartigen Kombination von Möglichkeiten ab, die es zu sich zieht. „zu sich zieht“, was soll das bedeuten? Das bedeutet, dass wir die Erfahrungen, die uns prägen und die uns weiterentwickeln anziehen. Wir richten uns aus in diesem Ozean von unendlichen Möglichkeiten und eine bestimmte Kombination an Informationen wird zu einem Organismus zusammengesetzt. Unser Interesse und unsere Absicht sowie noch vieles andere steuern diesen  Auswahlprozess. Das ist faszinierend. Diese Vorgehensweise der Evolution gibt es auf allen Ebenen zu sehen. Ausgesprochen spannender Prozess.

Menschsein ist eine weitere Möglichkeit der Ausdifferenzierung und innerhalb des Menschseins gibt es wieder unendlich viele verschiedene Möglichkeiten der Erfahrung und Ausgestaltung des Menschseins. Und doch ist jede Ausdifferenzierung immer noch mit allem anderen verbunden, es hat diese Verbindung nur vergessen. Es hat vergessen wo es herkommt, aus dem Erdkern – aus dem gemeinsamen Feuer.

Die Elemente werden oft in ihrer Reihenfolge folgendermaßen angegeben: Erde, Wasser, Luft, Feuer. Ich würde das Feuer an erste Stelle stellen. Zuerst war das Feuer (Urknall), dann entstand Materie (Erde), dann kam das Wasser und erst viel später die Luft. Diese Reihenfolge beschreibt auch den Aufbau unserer Erde von innen nach außen.

Nun zur emotionalen Ebene, die für uns oft viel schwieriger ist. Die emotionale Ebene hilft uns unseren Weg zu finden deswegen ist es gut sie ernst zu nehmen und unseren emotionalen Reaktionen mit Interesse und liebevolles Verständnis zu begegnen. Sie bestimmen  in der Summe welche Entscheidungen wir treffen. Dies ist auch erforderlich, um die vielen nicht zu Ende gefühlten Gefühle, die irgendwo im Körper feststecken spüren zu lernen, sie ganz wahrzunehmen ohne sie abzulehnen, damit sie integriert oder auch aus dem System rausgeleitet werden können. Auf der emotionalen Ebene haben wir es mit vielen Verpanzerungen und entsprechenden Abwehrreaktionen zu tun. Deswegen gelingt hier eine Öffnung nur, wenn der Mensch, sich noch mehr nach dieser Liebesbeziehung sehnt, als er Angst vor der Öffnung hat. Denn damit geht es ganz klar einher. Unsere Liebesfähigkeit, also die Fähigkeit Liebe bewusst zu geben und zu nehmen  hängt davon ab, wie offen ich für diesen Austausch bin. Auf allen Ebenen, bin ich bereit den Anderen (die Erde, die mich umgebenden Wesen) energetisch aufzunehmen? Bin ich bereit mit ihm meine Energieströme auszutauschen? Das sind die Themen, die der Mensch sich anschauen sollte. Bin ich offen und zum Austausch bereit oder bin ich verschlossen und fühle mich unwohl und möchte Distanz halten und abgrenzen. Das kann in der Wildnis sehr wohl entstehen dieses Gefühl. Hier bei diesem Unwohlfühlen bist du in der Wildnis unmittelbar dazu aufgefordert wieder Wohlgefühl herzustellen, also für dich selber gut zu sorgen. Sei es indem du die richtige Kleidung trägst oder dir einen gemütlichen Schlafplatz baust oder einen Tee kochst. Du bist sehr unmittelbar mit deinen Körperbedürfnissen in Kontakt, sie erfordern mehr Aufmerksamkeit als sonst und das ist für die meisten Menschen sehr heilsam. Oft sind Schmerzen der einzige Weg, wie der Körper, die ihm zustehende Aufmerksamkeit einfordert, weil wir die ganzen vorherigen Signale gar nicht wahrgenommen oder ignoriert haben.

Wir haben auch einfach verlernt unserem Körper besondere Aufmerksamkeit und Liebe zu schenken. Wenn dann bezieht sich das auf Schönheitsideale und ist eher ein kritisches in Augenschein nehmen, als sich liebevoll um seine Bedürfnisse kümmern. Dies lernen viele Menschen nur durch Schmerzen und oft verstehen sie auch diese Aufforderung nicht.

Also es geht um Liebe – immer wieder um Liebe. Um eine Liebesbeziehung mit der Erde, eine Liebesbeziehung zu sich selbst und dann kommt die Liebesbeziehung zueinander. Sind die ersten beiden Reservoirs gut gefüllt, fällt beim Thema Liebe füreinander alles von alleine an seinen Platz.

Living Gaia ist ein Ort, um sich der Liebesbeziehung zur Erde zu widmen. Es ist ein Ort, um mit der Verbundenheit von allem was ist wieder in Kontakt zu kommen. Wunderbare Lehrer in dieser Hinsicht sind indigene Kulturen. Sie können uns vieles zeigen und vorleben und damit den Erinnerungsprozess sehr beschleunigen.

Es ist für uns wichtig uns an diese Liebesbeziehung zu erinnern und es ist für die Erde auch wichtig, dass wir uns daran erinnern. Wir sind ja sehr weit entwickelte Organe der Erde, sie möchte sich durch unser Bewusstsein auf eine neue Art selber wahrnehmen können. Mein lieber Freund Sten Linnander hat dieses Thema wunderbar in seinem Buch: „Die Erde spricht: ich bin bei euch beschrieben. Ich empfehle es jedem, der sich für eine engere Beziehung mit der Erde interessiert.

Alexandra Schwarz-Schilling

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Cachoeira do Segredo

Cachoeira do Segredo

Das ist der Wasserfall in den Bergen hinter dem Gelände von Living Gaia. Es ist ein wunder- schöner Spaziergang dorthin. Die ganze Landschaft ist so wunder-schön, dass es in Fotos nicht einzufangen ist. Es lohnt sich es selber zu erkunden🙂

 

 

 

 

 

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